Gelobt sei Jesus Christus!

Liebe Schwestern und Brüder! „Mach´s wie Gott, werde Mensch!“

Weihnachten feiern wir das Fest der Menschwerdung unseres Gottes. In Jesus Christus kommt Gottes Sohn zur Welt, in der Krippe im Stall von Bethlehem. Gott kommt zu uns in Menschengestalt. Nur allzu oft geht es zu menschlich zu, gerät uns Gott fast oder gar ganz aus dem Blick, vergessen wir Menschen Gott „Weihnachts-Inflation, ganz am Rande: Gottes Sohn?!“ Der Advent lädt uns ein, genau das Kommen Gottes in unsere Welt, sein Erscheinen unter uns neu und bewusst in den Blick zu nehmen. Heißt „Advent“ doch wörtlich übersetzt „Ankunft“. Bereiten wir uns vor auf Gottes Ankunft, auf die Ankunft Jesu in meinem – in unserem – Leben. Weihnachten als Geburtsfest Jesu, als Menschwerdung Gottes, als Geburtstag des Lebens – für jeden, ganz persönlich. Das ist mehr als Gefühlsduselei – Gott zeigt Mitgefühl mit den Menschen. Gerade mit den armen und denen am Rande. Nicht umsonst kommt Gott in der Armut eines Stalles, als Sohn in einer einfachen Handwerkerfamilie, mitten auf den Feldern vor der Stadt  bei den Hirten zur Welt. Die Gottesmutter Maria und ihr Bräutigam Josef finden keine andere Aufnahme, erfahren Ablehnung und müssen schon kurz nach der beschwerlichen Geburt auf die Flucht nach Ägypten. Flüchtlinge und Menschen am Rande, die woanders keine Aufnahme finden, arm und auf der Suche nach Bleibe und Auskommen, das gibt es damals wie heute. Vergessen wir diese Menschen nicht, denn in ihnen können wir Gott selbst begegnen. In Jesus ist er einer von uns geworden. Der große Gott wird im kleinen Kind Mensch, mitten unter den Einfachen und Kleinen. Das ist etwas ganz Großes. Damit macht uns Gott das größte Geschenk: Sich selbst. Das ist der Grund für Weihnachten. Manchmal gerät das aus dem Blick, droht bei all dem Trubel unterzugehen. Terminstress,  eine Weihnachtsfeier jagt die andere, Geschenkeberge unterm Baum, Weihnachtsmärkte und vieles mehr prägt diese Zeit.  All die Geschenke, alles Feiern hat seinen Ursprung und seinen Sinn im Geburtsfest Jesu, in der Menschwerdung Gottes. Das ist uns Christen der wahre und tiefe Grund zum Feiern und zur Freude. Also nicht nur „Vorweihnachtszeit“, sondern Advent, Erwartung auf die Ankunft Gottes in der Welt. Nicht nur Warten auf Etwas, wie Geschenke oder ein nettes Familienfest, sondern Warten auf Jemand, auf Gott, auf seinen Sohn Jesus Christus. Feiern, nicht nur als Event, sondern Feier des Glaubens. Freude nicht nur beim Geschenkeauspacken, sondern Freude weil Gott sich selber uns schenkt. Bedenken wir das bei all dem, wo es menschlich zu geht bei uns, dass Gott selber menschlich auf uns zukommt. Weihnachten, Fest der Menschwerdung unseres Gottes. Bei all den Begegnungen in diesen gut gefüllten (Feier)Tagen vor allem die Begegnung mit unserem Gott, der uns in Jesus nahe kommt. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit Zeit für Gott und seine Menschen.

Dann kann der Segen der Weihnacht auch für uns ein Segen sein.

„Mach´s wie Gott: werde Mensch!“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und eine frohe Menschwerdung!

 

Ihr und Euer Pfarrer Christoph Konjer

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